Uhldi
"Uhldi"
 
Luftbild von Uhldingen-Mühlhofen
Luftbild von Uhldingen-Mühlhofen


Luftbild Ortsteil Mühlhofen
Luftbild Ortsteil Mühlhofen

Pfarrdorf Seefelden
Pfarrdorf Seefelden
Unteruhldingen liegt direkt am Bodensee
Unteruhldingen

Ortschronik

Die Besiedelung in unserem Raum reicht ins Mesolithikum (mittlere Steinzeit) zurück.

In der Folge haben besonders die jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Seeufersiedlungen für die urgeschichtliche Forschung große Bedeutung.

Es folgten auch in unserem Raum die Perioden der Bronze- und Eisenzeit mit einer Besiedlung durch Kelten, Germanen und beginnend um die Zeit des Anfangs unserer Zeitrechnung die Römerzeit.

Mit dem Vordringen der Alamannen bildete gegen die Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus das Nordufer des Bodensees die Grenze zum römischen Reich.

Ortsnamen

Die auf –ingen endenden Ortsnamen deuten auf alte alamannische Siedlungen hin. Sie werden zur frühesten alamannischen Ortsnamensschicht gerechnet. Auch die hier beheimatete Mundart deutet auf alamannische Ursprünge.

Im Laufe des 7. Jahrhunderts verbreitete sich das Christentum auch in unserem Raum.

Mit dem Beginn des 8. Jahrhunderts fiel das Alamannengebiet östlich des Oberrheins nach schon vorher bestehender lockerer Oberhoheit endgültig an das fränkische Reich.

Ortsendungen mit –hofen weisen häufig auf fränkische Herrschaftsstützpunkte hin.

Mit dem Beginn des 12. Jahrhunderts verstärkte sich die Aufsplitterung von Herrschaftsgebieten und –rechten. Es bildeten sich auch in unserem Raum territorialstaatliche Strukturen heraus. Mit dem Eingreifen Napoleons in die deutschen Verhältnisse endete 1806 das Heilige Römische Reich. Für die meisten der über 300 auf seinem Boden entstandenen Kleinstaaten endete damit ihre Selbständigkeit. Die Kleinherrschaften am nördlichen Bodenseeraum fielen an Baden und Württemberg. Die Grenze zwischen Baden und Württemberg fiel im Bodenseeraum erst durch die Kreisreform von 1971.

Wappen von Uhldingen-Mühlhofen Am 1.1.1972 vereinigten sich die Gemeinden Mühlhofen, Oberuhldingen und Unteruhldingen zur neuen Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen. Uhldingen-Mühlhofen gehört mit Meersburg, Hagnau, Stetten und Daisendorf einem Gemeindeverwaltungsverband mit Sitz in Meersburg an. Uhldingen-Mühlhofen ist ein vielbesuchter Fremdenverkehrsort. Die Gemeinde ist staatlich anerkannter Erholungsort. Der Fremdenverkehr prägt vor allem den Ortsteil Unteruhldingen. Dort waren 1970 bereits 55 % der Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereich tätig. In Mühlhofen und Oberuhldingen dagegen sind einige gewerbliche Betriebe angesiedelt.

Wappen von Mühlhofen Mühlhofen wird 1165 erstmals genannt. Von 1191 bis 1287 kaufte das Kloster Salem dort Güter auf. Ebenso gehörten Gebhardsweiler und Hallendorf seit 1221 bzw. 1264 dem Kloster Salem. Sie wurden 1803 der Gemeinde Mühlhofen angeschlossen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte mehr als die Hälfte der Gemarkung der Standesherrschaft Salem als Besitznachfolger des Klosters. Abt Anselm hatte im 18. Jahrhundert in Mühlhofen eine Papiermühle errichtet.

Wappen von Oberuhldingen Oberuhldingen wird 1058 als Oweltingen urkundlich erwähnt. Seit 1169 sammelte das Kloster Salem Besitz in Oberuhldingen und schloss diesen Erwerb mit Kauf des Hofes der Herren von Oberrieden, denen die Burg bei Oberuhldingen gehörte, ab. Auf diese Weise gehörte der Ort bis 1803 zum Kloster Salem. Noch heute sind einige Flächen im Besitz des Markgrafen von Baden. Das Pfarrdorf Seefelden, dessen Ortsadel in der Gründungsurkunde für Salem 1134 erscheint, wurde der 1803 gebildeten Gemeinde Uhldingen zugeschlagen, ebenso der 1155 genannte Weiler Maurach (Muron) mit dem 1723 von Abt. Stefan Jung gebauten Schlösschen und der 1746 auf das Gebiet des Oberhofes Maurach verlegten Wallfahrtskiche Birnau, die Peter Thumb gebaut und Feuchtmeyer und Götz ausgestattet haben. Sie wurde mit dem Priorat 1804 säkularisiert und erst 1922 vom Markgrafen in Salem den Zisterziensern von Mehrerrau übergeben.

Wappen von Unteruhldingen Unteruhldingen mit einer geschützten Bucht war seit der Steinzeit besiedelt, wie zwei Pfahlbaudörfer vor Unteruhldingen zeigen. Das Dorf selbst gehört, wie der Name sagt und ein Reihengräberfriedhof an der Straße nach Meersburg bestätigt, zu den Siedlungen der alamannischen Landnahmezeit. 1058 schenkte ein Swigger dem Kloster Petershausen einen Hof in Quviltingen, das die Schenkung in seiner Chronik festhielt, 1111 bestätigte Kaiser Heinrich V. dem Kloster Allerheiligen hier Besitz. Um 1150 schenkte Graf Eberhard von Nellenburg diesem Kloster hier u.a. drei Tavernen, Wirtshäuser, was die Verkehrsbedeutung in jener Zeit erweist und vielleicht dafür spricht, dass die von Friedrich Barbarossa dem Grafen von Pfullendorf verliehene Fähre hier ihren Ausgang nahm. Seit 1222 wird Unteruhldingen als Flecken Uhldingen, d. h. als Hafen vom Dorf Oberuhldingen unterschieden. In Unteruhldingen erlangt die Grafschaft Heiligenberg die Dorfherrschaft, vergibt die Schiffer- und Fischerlehen und verleiht ihm 1444 einen Wochen- und zwei Jahrmärkte, die allerdings nie Bedeutung erlangten. Schließlich errichtet sie hier 1733 ein Grethaus, das heutige Hotel Seehof. Auf diese Weise war Unteruhldingen bis 1806 fürstenbergisch und wurde dann badisch. Unteruhldingen hat sich schon nach dem Ersten Weltkrieg vom Fischerdorf zur Fremdenverkehrsgemeinde entwickelt, diese Umstrukturierung wurde durch das 1922 durch den von Georg Sulger gegründeten Verein für Pfahlbau und Heimatkunde ins Leben gerufene Pfahlbaumuseum sehr gefördert.

Aufgrund seiner Lage am Bodenseeufer und dem Einfluss der Alpen ergibt sich aus dem Zusammenwirken von Gebirge, Hügeln und dem Wasser des Bodensees eigene klimatische Verhältnisse. Dies zeigt sich z.B. bei der mittleren Jahrestemperatur, die am Überlinger See bei fast 9° C und mit einer Entfernung vom Ufer sehr rasch auf etwa 8° C. abfällt. Dies zeigt deutliche die Wirkung des Sees als Wärmespeicher.

Die Fabrik in Mühlhofen

Im 18. Jahrhundert wurde in Mühlhofen eine Papiermühle errichtet. Sie gehörte zum Kloster Salem bis zur Säkularisation. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Betrieb der Papiermühle eingestellt. 1858 entstand ein neues Fabrikgebäude für eine Baumwollweberei. Die größte Blüte erlebte die Fabrik um 1900 als dort über 200 Menschen Arbeit fanden und auf über 500 Webstühlen produziert wurde.