Unteruhldinger Promenade soll dauerhaft attraktiv sein

Die Neugestaltung nimmt erste Formen an, Johann Senner von der Überlinger Planstatt Senner hat dem Rat einen Zwischenbericht vorgestellt. Er plant unter anderem terrassenförmige Sitzmöglichkeiten am Ufer, eine Promenade vom Kronenareal bis zum Pfahlbaumuseum sowie einen veränderten Ostmolenkopf. Demnächst werden die Kosten vorgestellt.

Als einen Zwischenbericht hat Johann Senner von der Überlinger Planstatt Senner seine Ausführungen im Gemeinderat in Bezug auf die Umgestaltung der Uferanlagen in Unteruhldingen bezeichnet. Schon jetzt kündigt sich an, dass die in die Jahre gekommenen Anlagen rund um die Hafenmauern ab Frühjahr 2019 deutlich attraktiver aussehen werden. Dafür ausgesprochen hatten sich viele Bürger während zweier Workshops im Juli, die die Gemeinde gemeinsam mit dem Büro Senner ausgerichtet hatte.

Senner sagte jetzt, dass die bestehende und teilweise defekte Hafenmauer über keine Hochwasserschutzwirkung verfüge. Er stellte unter anderem terrassenförmige Sitzmöglichkeiten am Ufer, eine Promenade vom Kronenareal bis zum Pfahlbaumuseum sowie einen veränderten Ostmolenkopf vor. Hier sei zusätzlich zum schon bestehenden Aussichtsdeck des Welterbepavillons ein Liegedeck denkbar. Auf der Ostmole oder Kronenplatz könnte ein Helikopterlandeplatz vorgesehen werden und auf der Westmole sei bei der Hafenmeisterei ein Café oder Restaurant möglich. Senner teilte weiter mit, dass ein wichtiger Punkt auch die Entsorgung von Abfall darstelle. So kann er sich einen Schmutzwasserkanal für anliegende Schiffe vorstellen, bei dem ein Pumpen nicht mehr erforderlich sein wird.

Viele Teilnehmer, viele Themen
Unter reger Beteiligung der Bürger sowie Vereine waren vor wenigen Monaten im Welterbesaal Ideen und Möglichkeiten gesammelt und diskutiert worden, um den Hafenbereich dauerhaft attraktiv zu gestalten. Zahlreiche Einzelgespräche etwa mit Gastronomen, den Hafenmeistern, Anliegern, aber auch mit Fördermittelgebern und Behörden sind mittlerweile geführt worden. Beim ersten Workshop waren der Masterplan 2012 und das weiterentwickelte Konzept für die Uferneugestaltung vorgestellt worden. Im Anschluss waren die einzelnen Stationen bei einem gemeinsamen Spaziergang entlang der Uferpromenade und den beiden Molen erläutert sowie Vorschläge und Ideen der Bürger diskutiert worden. Beim zweiten Workshop hatte Senner mit Landschaftsarchitektin Claudia Wolf nochmals grob das Konzept und die Vorgehensweise geschildert. Die Teilnehmer beschäftigten sich mit den Themen Ostmole und Kronenplatz, Promenade und Kapellenplatz, mit Westmole, Hafenmeisterei und Kulturbühne, mit dem Naturstrand und mit dem Vorbereich des Pfahlbaumuseums sowie mit den Vereinen.

Jean-Christophe Thieke (CDU) erinnerte im Gremium daran, die Gästezufriedenheit bei dem Vorhaben im Fokus zu haben. Wolfgang Metzler (BuF) sprach sich dafür aus, den Charakter des Hafens zu erhalten. „Es sollte nicht zu viel begradigt werden“, sagte er. Wolfram Klaar (SPD) wünschte sich einen verbesserten Zugang zum Wasser. Bürgermeister Edgar Lamm entgegnete, dass man die beiden bestehenden Stege optimieren könne, es aber einen dritten Steg, wie auch beim Workshop angeführt, „wohl nicht geben wird“. Und Ortsbaumeister Norman Ziege stellte klar, dass eine Erhöhung der Liegeplätze nicht stattfinden wird.

Vorhaben und Zeitplan
Der „Masterplan Weltkulturerbe Pfahlbauten“ aus dem Jahr 2012 mit dem Ziel der Verbesserung der Infrastruktur in allen drei Ortsteilen von Uhldingen-Mühlhofen schreitet weiter voran: Jetzt soll der nächste Baustein – die Uferneugestaltung in Unteruhldingen – umgesetzt werden. Nachdem der Entwurf im Gemeinderat präsentiert wurde, ist demnächst nach Vorstellung der Kostenschätzung die Beschlussfassung für die Antragsstellung der Tourismusförderung geplant. Im Herbst und Winter läuft die Detailplanung, damit im kommenden Frühjahr beziehungsweise Sommer 2018 die Arbeiten ausgeschrieben werden können. Baubeginn soll im Oktober 2018 sein, die Fertigstellung ist für Pfingsten 2019 vorgesehen.

(Quelle: Südkurier vom 06.10.2017, Holger Kleinstück)