Jugendliche in Uhldingen-Mühlhofen wünschen sich ein öffentliches Netzwerk und Fitnessräume

Die Kommune hatte Fragebögen an die Jugendlichen verteilt, aber weniger als zehn Prozent haben überhaupt geantwortet.

Ein öffentliches Netzwerk, ein Sprungturm und Fitnessräume: Das sind die drei Dinge, die Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von zwölf bis 25 Jahren in der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen am meisten vermissen. Deutlich geworden ist das bei einer Befragung, die die Gemeindeverwaltung im Oktober unter dem Motto "Deine Region – deine Zukunft: Nur zusammen können wir etwas erreichen" vorgenommen hatte. Die Ergebnisse wurden jetzt im Rahmen des dritten Jugendforums in der Aula der Lichtenbergschule präsentiert.

1234 jungen Menschen hatte die Gemeinde einen Fragebogen zugeschickt, 109 Jugendliche mit einem durchschnittlichen Alter von knapp 16 Jahren füllten den Fragebogen aus und schickten ihn zurück, das sind 8,8 Prozent der Befragten. Ziel ist die Einbindung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei Themen, die diese Altersgruppe besonders bewegen. Die beiden ersten Jugendforen hatten in den Jahren 2011 und 2014 stattgefunden.

Die Jugendarbeiterin Teresa Schumacher sagte in ihrer Begrüßung, sie wolle gemeinsam mit den Jugendlichen Dinge in der Gemeinde verändern, wobei sie „auf ganz viele neue Ideen“ hoffe. Bürgermeister Edgar Lamm wies darauf hin, wenn sich die Jugend engagiert einbringe, könne sehr viel bewirkt werden. „Wir brauchen den Druck von euch, damit wir reagieren“, sagte der Rathauschef in Richtung der Jugend. Er erinnerte daran, dass der Sport- und Funpark sowie der Nachtbus der RAB auf Initiative der Jugend ins Leben gerufen worden seien. Lamm ermunterte den Nachwuchs, in der Gemeinde mitzuwirken, „denn nur wer sich engagiert, kann etwas erreichen“.

Johannes Lutz von Jugend aktiv stellte die Ergebnisse vor. Ihm zufolge sind die Jugendliche insbesondere daran interessiert, Freunde zu treffen, zu chillen, Sport zu treiben und Musik zu hören. Am unteren Ende der Interessensliste steht Kommunalpolitik. Mit dem aktuellen Freizeitangebot in der Gemeinde sind die Befragten gerade noch ausreichend zufrieden. „Hier muss unbedingt was gemacht werden“, so Johannes Lutz. Jeweils knapp 25 Prozent gaben dafür die Note mangelhaft beziehungsweise befriedigend, fast zehn Prozent sind sogar „sehr unzufrieden“.

Vermisst werden von den Jugendlichen unter anderem Parkplätze beim Skatepark, ein Treff-Café, ein Natursteinzugang zur Seefelder Aach, eine Kletterwand sowie Sitzgelegenheiten am Skatepark. Veranstaltungen wie Workshops, Beach-Party und Musikfestivals stehen ganz oben auf der Wunschliste der Befragten – und am unteren Ende politische Diskussionen. Für die Umsetzung ihrer Wünsche halten die Befragten in erster Linie genügend Räumlichkeiten sowie ausreichend finanzielle Mittel, aber auch engagierte Jugendliche für relevant.

Nach der Vorstellung der Ergebnisse hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich an Diskussionsinseln mit Themen wie Sport, Workshops, Partys- und Musik-Events sowie Infrastruktur zu beschäftigen. Dabei wurden binnen kürzester Zeit Ideen und Vorschläge zusammengetragen, von denen einzelne in der nächsten Zeit umgesetzt werden sollen.

Ein Treffen der Projektgruppen vom Jugendforum findet am Donnerstag, 7. Dezember, 17.30 Uhr, im kleinen Sitzungssaal im Rathaus statt.

Jugend-aktiv
Im Herbst 2014 wurde der Verein Jugend-aktiv gegründet, um die freiwillige Jugendarbeit zu fordern und zu fördern, Projekte zu initiieren und zu unterstützen sowie die Lebensqualität für Jugendliche und junge Erwachsene zu verbessern. Ein weiteres Ziel der Initiative ist es, dass Jugendlichen der Raum geboten wird, Verantwortung zu übernehmen und selbstbestimmt zu handeln. Mittlerweile sind dadurch eigene Räumlichkeiten und der Sport- und Funpark realisiert worden. Ziel des neuerlichen Jugendforums ist die Einbindung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei Themen, die sie bewegen. 

(Quelle: Südkurier vom 13.11.2017, Holger Kleinstück)