Gratis und drahtlos ins Internet: In Uhldingen-Mühlhofen soll es künftig mehrere WLAN-Hotspots geben

Wo Interessierte künftig kostenfrei surfen können und welche Fördermöglichkeiten es gibt, darüber wurde der Gemeinderat informiert. Das Gremium stimmte der neuen Konzeption zu.

Mit dem eigenen Smartphone oder Laptop an mehreren öffentlichen Plätzen in der Gemeinde kostenfrei surfen: Solch ein Angebot für sogenannte WLAN-Hotspots, sprich öffentliche drahtlose Internetzugangspunkte, soll in der Gemeinde verwirklicht werden. Der Gemeinderat stimmte der ihm vorgelegten Konzeption zu und beauftragte die Verwaltung, das Vorhaben umzusetzen und gegebenenfalls Fördermittel zu beantragen.

Verschiedene Möglichkeiten vorgestellt
Bereits im Februar hatte Ortsbaumeister Zieger verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wo in der Gemeinde offenes WLAN denkbar wäre. Der Gemeinderat hatte allerdings noch Bedenken und im Hinblick auf mögliche Fördermittel um ein schlüssiges Konzept zur Versorgung ausgesuchter Standorte mit freiem WLAN gebeten. Von den fünf bisher angedachten Standorten sind nach Mitteilung der Finanzverwaltung drei bereits seit Jahren mit offenem WLAN für Bürger und Touristen versorgt.

Im Haus des Gastes hatte es neben dem Festnetz-Zugang für Touristen ein freies WLAN gegeben. Nach dem Umzug der Tourist-Information in das neue Gebäude beim „Parkplatz zum See“ wurden am Gebäude zwei WLAN-Sender installiert, die ziemlich den ganzen Parkplatz abdecken und zwei zusätzliche DSL-Leitungen geordert, um den Gästen und der Tourist-Information einen möglichst zügigen Zugang zu gewähren.

Bisher noch über Zugangscodes
„Hier gibt es über die Telekom bisher nach wie vor nur DSL 6000, andere Anbieter waren bisher nicht verfügbar“, so Monique Marquart. Das „freie WLAN“ sei hier allerdings noch eingeschränkt: Der Interessent müsse sich einen Zugangscode holen, um sich damit im Netz anmelden zu können. „Das ist momentan noch notwendig, weil die Kapazitäten, die die Telekom bietet, zu gering sind, um gänzlich unkontrollierten Zugang zuzulassen“, hieß es. Inzwischen habe man bei Teledata den Auftrag erteilt, eine VDSL-50 000-Leitung zur Verfügung zu stellen.

Momentan sehr unterschiedliche Kapazitäten
Der Hotspot am Hafen kann gleichzeitig von rund 50 Personen genutzt werden, wenn die Leitung die Leistung bringt. „Um die Versorgung zu verbessern, könnte man prüfen, ob am Standort des Infomonitors ein weiterer Accesspoint installiert werden kann“, so Monique Marquart. Ein weiteres öffentliches WLAN gibt es in der Gemeindebücherei. Die Kapazität mit DSL 16 000 sei hier grundsätzlich ausreichend. Um Missbrauch vorzubeugen, ist hier das WLAN durch einen codierten Zugang geregelt, den jeder Anfrager erhält, so lange die Kapazitäten ausreichen.

Hotspot für den Jugendtreff
Weit gediehen ist die Planung für einen Hotspot für den Jugendtreff. „Hier wurde schon vor zwei bis drei Jahren mit dem Vorstand des FC Uhldingen vereinbart, dass wir über den Anschluss des FCU mit einem Sender im Clubheim und Außen-Accesspoints das WLAN zu den Containern bringen können“, so Marquart. Der Anschluss sei ausgelegt für 25 bis 50 Personen.
Bandbreite für gesamte Halle zu gering
In Mühlhofen soll an der Sporthalle ein weiterer Hotspot eingerichtet werden. Sinnvoll wäre die WLAN-Versorgung dort insbesondere, wenn Veranstaltungen stattfinden. Hier biete Teledata bis Ende des Jahres DSL 25 000 an. Auch dieser Anschluss könne umgehend beauftragt werden. Marquart empfahl, in einem bestimmten Areal der Sporthalle einen Hotspot einzurichten. Um die ganze Halle zu versorgen, sei auch die von Teledata gebotene Bandbreite zu gering.

Förderprogramm der Europäischen Union
Die Hotspots, die derzeit in der Gemeinde vorhanden sind, werden über die Firma „Hotsplots“ betrieben. Das soll auch bei weiteren Hotspots so sein. Laut Mitteilung der Verwaltung wird die Europäische Union ein Förderprogramm starten, mit dem neue Hotspots in Kommunen bis 15 000 Euro pro Standort für Installations- und Gerätekosten unterstützt werden. Teilnehmen können Städte, Gemeinden und ländliche Kommunen, die bereit seien, alle Hotspot-Betriebskosten für drei Jahre zu tragen. Dabei darf am gewählten Ort noch kein frei verfügbares WLAN vorhanden sein.
Vergabeverfahren im Herbst

Das Vergabeverfahren findet im Herbst statt. Die Verwaltung will versuchen, für den Hotspot beim Jugendtreff und in Mühlhofen Fördergelder zu bekommen. „Allerdings ist nach wie vor noch nicht klar, wann die Internetseite, auf der man sich anmelden kann, freigeschaltet wird. Die Gelder werden nach dem Windhundprinzip vergeben. Es ist also äußerst unsicher, ob Fördergelder erwartet werden können.“

WLAN-Hotspot
Hotspots als Zugang zum Internet sind in öffentlichen Räumen wie in Bibliotheken, Flughäfen und Bahnhöfen, aber auch in der Gastronomie oder in Hotels installiert. Sie ermöglichen einen drahtlosen Zugang zum Internet und werden deshalb oft als WLAN-Hotspots bezeichnet. Orte, an denen sich in der Regel viele Menschen aufhalten, sind wesentlich besser mit WLAN-Hotspots versorgt als wenig frequentierte Gebiete. Oft wird der Zugang kostenlos angeboten. Im Gegensatz zu einem normalen Wireless Access Point wird beim Hotspot meist eine Kommunikation zwischen den Teilnehmern nicht gewünscht, da hierdurch Sicherheitsprobleme auftreten könnten. Solche Zugänge haben Vorteile gegenüber den Mobilfunknetzen. So sind sie nicht nur an Orten mit schlechtem Handyempfang verfügbar, auch ihre Übertragungsrate kann höher sein, es lässt sich mobiles Datenkontingent sparen.

(Quelle: Südkurier vom 21.08.2018, Holger Kleinstück)