Gemeinde startet mit Umgestaltung des Ufers

Die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen will den Uferbereich in Unteruhldingen aufmöbeln: Die Pläne dazu sind schon ausgereift. Jetzt hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, den Bauantrag für den ersten Bauabschnitt zu stellen. Dafür stehen 1 Million Euro zur Verfügung. Los geht es an Ostmole, Kronenplatz und Promenade.

Die Umgestaltung der Uferanlagen in Unteruhldingen rückt näher: Der Gemeinderat hat beschlossen, für das gesamte Vorhaben einen Bauantrag zu stellen. Er beauftragte die Verwaltung und die Überlinger Planstatt Senner, den im Haushalt angesetzten Kostenrahmen von 1 Million Euro für einen ersten Bauabschnitt möglichst einzuhalten. Etwaige Mehrausgaben nach Ausschreibungen sollen durch Einsparungen bei anderen Vorhaben im Vermögenshaushalt ausgeglichen werden. Des Weiteren beauftragte das Gremium die Verwaltung, für eine mögliche Neugestaltung des Naturstrands und des Spielplatzes im September einen Förderantrag zu stellen. Sollte Anfang 2019 ein Zuschuss aus der Tourismusförderung gewährt werden, wird die Verwaltung versuchen, den ersten Bauabschnitt mit Steganlagen und naturnaher Ufergestaltung bis Pfingsten 2019 umsetzen. Soweit dies nicht möglich ist, werden die Arbeiten in diesem Bereich auf Herbst 2019 verschoben.

Bürger reden bei Workshops mit
Dass die in die Jahre gekommenen Anlagen rund um die Hafenmauern ab Frühjahr 2019 deutlich attraktiver aussehen sollen, dafür hatten sich viele Bürger während zweier Workshops im Sommer 2017 ausgesprochen. Unter reger Beteiligung von Bürgern und Vereinen waren im Welterbesaal Ideen gesammelt und diskutiert worden, um den Hafenbereich dauerhaft attraktiv zu gestalten. Zahlreiche Einzelgespräche etwa mit Gastronomen, Hafenmeistern, Anliegern, Fördermittelgebern und Behörden waren geführt worden.

Holzdeck soll "Alleinstellungsmerkmal" am Bodensee werden
Der erste Bauabschnitt umfasst die Neugestaltung der Ostmole, beginnend mit dem Molenkopf, und den Hafenbereich zur Seestraße. Hier sollen großzügige Sitz- und Liegedecks aus Holz aufgestellt werden. Wege und Plätze sollen verändert und zum Teil erneuert oder verlegt werden. Die gegenwärtigen drei Wege sollen auf zwei reduziert werden. Am Kronenplatz stellt sich Senner unter anderem modellierte Pflanz- und Raseninseln, Sitzflächen aus Holz und einen einheitlichen Platzbelag vor. Vor allem für Familie will man eine attraktive Fläche schaffen. Das Geländer soll ersetzt werden. An der Promenade soll ein längeres Holzdeck mit Sitzstufen angelegt werden; das sei ein Alleinstellungsmerkmal am Bodenseeufer, wie Senner erklärte. Geplant ist, das Gelände zum Hafen hin abzustufen und Sitzmauern aus Rorschacher Sandstein anzulegen. Ein Teil der Mauer soll erhalten werden. "Ein neuer Bootssteg ersetzt den vorhandenen Strobelsteg und soll die Liegeplätze im Hafen neu ordnen", sagte Senner.

Erster Zuschuss bereits bewilligt
Aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm wurde bereits ein Zuschuss bis zu 475 000 Euro bewilligt. Beim Ausgleichstock wurden 400 000 Euro beantragt, mit einer Entscheidung kann im kommenden Monat gerechnet werden. In den Kosten nicht enthalten ist die geplante Erneuerung von Steganlagen im Hafen, die parallel zur Umsetzung des ersten Bauabschnitts erfolgen soll. Nach vorsichtiger Schätzung der Verwaltung sollte für Steganlagen, Dalben, Elektroversorgung und Zugang ein vorläufiges Budget von 150 000 Euro vorgesehen werden. "Sofern 2018 eine Ausschreibung durchgeführt wird, kann der Bau 2019 erfolgen", teilte Ortsbaumeister Norman Zieger mit.

Wasserspielplatz und naturnahe Umgestaltung
Johann Senner stellte auch die naturnahe Umgestaltung des Strandabschnitts zwischen Fischereihafen und Pfahlbauten vor. Er bezifferte die Kosten auf rund 275 000 Euro. Eine hohe Förderung durch das Regierungspräsidium sei möglich. Nach Darstellung des Planungsbüros müsste die Gemeinde dann noch rund 92 000 Euro finanzieren. Senner erläuterte auch die Umgestaltung des Spielplatzes zu einem Wasserspielplatz. Er soll erweitert werden und einen zweiten Zugang erhalten. Auch der Naturstrand wird umgestaltet. Die Rasenflächen werden Richtung Osten und Süden erweitert, die Hecken werden entfernt. Senner erklärte: "Somit entsteht eine weitläufige und offene Grünfläche." Mit etwa 407 000 Euro für den Wasserspielplatz und 250 000 Euro für den Naturstrand müsse gerechnet werden. Zieger erklärte: "Diese sind im Haushalt nicht berücksichtigt." Johan Senner erläuterte, dass man jetzt erst einmal die wichtige Hürde der Genehmigungsplanung vor sich habe. Beabsichtigt ist, dass die Schritte des ersten Bauabschnitts nach und nach vorgenommen werden. Der Gemeinderat werde immer wieder vor Ort geplantes Material anschauen und auswählen.

Vorhaben und Zeitplan
Der Masterplan Weltkulturerbe Pfahlbauten von 2012 mit dem Ziel einer besseren Infrastruktur in allen drei Ortsteilen schreitet voran. Jetzt soll die Uferneugestaltung in Unteruhldingen starten. Der erste Bauabschnitt umfasst die Neugestaltung der Ostmole, beginnend mit dem Molenkopf, und den Hafenbereich zur Seestraße (1,81 Millionen Euro ohne Förderung). Weiter sind die Uferrenaturierung zwischen Fischereihafen und Pfahlbauten (275 000 Euro), ein Wasserspielplatz (407 000 Euro) und die Umgestaltung des Naturbadestrands (250 000 Euro) vorstellbar. Die Kostenschätzung für alle Vorhaben beläuft sich auf 2,75 Millionen Euro, abzüglich aller möglichen Förderungen müsste die Gemeinde im günstigen Fall 1,25 Millionen Euro tragen.

(Quelle: Südkurier vom 25.05.2018, Holger Kleinstück)