Mehr Leben in der neuen Tourist-Information in Uhldingen-Mühlhofen

Mit dem Umzug in den Neubau hat die Tourist-Information Uhldingen-Mühlhofen wieder mehr Aufgaben übernommen. Der Haushalt des Eigenbetriebs wurde jetzt verabschiedet. Die Gemeinde unterstützt die Einrichtung mit 640 000 Euro.

Der Eigenbetrieb Tourist-Information Uhldingen-Mühlhofen (TI) erhält für das laufende Wirtschaftsjahr von der Gemeinde 640 000 Euro, um Aufgaben zu erfüllen, die er von der Gemeinde übernommen hat, wie Kämmerin Gabriele Bentele ausdrückte. Dieser Zuschuss, auch Transferleistung genannt, setzt sich insbesondere zusammen aus dem Kurtaxeaufkommen und dem Fremdenverkehrsbeitrag. "Die TI lebt eigentlich davon", sagte die Kämmerin. Der Gemeinderat stimmte dem Wirtschaftsplan des Betriebs sowie dessen Stellenplan und mittelfristiger Finanzplanung zu.

Der Erfolgsplan des Eigenbetriebs beläuft sich auf 766 000 Euro (Vorjahr 721 000 Euro), der Vermögensplan auf 38 100 Euro (Vorjahr 149 000 Euro). Die TI wird selbst rund 126 000 Euro erwirtschaften – 32 000 Euro mehr, als es der vorjährige Plan vorsah. „Die Aktivitäten der Tourist-Information wurden nach dem Umzug in die neue Tourist-Information am Parkplatz zum See wieder ausgeweitet“, sagte Bentele. So sind beispielsweise der Ansatz für den Wareneinkauf auf 12 000 Euro verdoppelt, die erwarteten Erlöse aus dem Verkauf mit 19 000 Euro sogar mehr als verfünffacht worden.

Die Haupteinnahme resultiert wie schon in den Vorjahren aus der Tourismustransferzahlung der Gemeinde. Die TI-Leiterin Julia König erklärte, es sei ihr wichtig, in dem Zusammenhang nicht von einem Zuschuss zu sprechen. Der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs beinhalte nicht alle Einnahmen des Tourismus'. "Das bedeutet, im Haushalt der Gemeinde finden sich auch Einnahmen, die dem Tourismus zuzuordnen sind. Beispiele sind hier die Kurtaxe und die Fremdenverkehrsabgabe oder auch die Parkplatzeinnahmen. Diese Einnahmen sind dem Tourismus zuzuordnen, daher ist Zuschuss der falsche Begriff“, führte König aus.

Bentele zufolge ist im Vorjahr das öffentliche WC in der TI hinzugekommen. „Für die Räumlichkeiten im neuen Gebäude muss an die Gemeinde, die die Finanzierung übernommen hat, eine Pacht bezahlt werden“, sagte die Kämmerin. Diese werde anhand der kalkulatorischen Kosten berechnet. Im diesjährigen Wirtschaftsplan seien dafür 2000 Euro monatlich eingeplant. Die Bewirtschaftungskosten, insbesondere die Reinigungskosten für den TI-Gebäudeteil und das öffentliche WC, seien mit 45 700 Euro in erster Linie die Ursache für die gestiegenen Kosten.

Um eine große Aufmerksamkeit bei potenziellen Gästen zu erzielen, ist das Marketingbudget von 45 000 auf 50 000 Euro erhöht worden. Sowohl im Online- als auch im Printbereich seien die geplanten Marketingaktionen umfangreich, erläuterte Julia König im Gespräch mit dem SÜDKURIER. "Verstärkt setzen wir zudem auf Kooperationen und Netzwerkarbeit", sagte sie und nennt die Arbeit im "BodenSeeTeam". In dem Zusammenhang sprach sie die Umstellung der Printmedien auf das Retro-Thema an. Es gelte jetzt, alle Printmedien wie etwa den Veranstaltungskalender daran anzupassen, "um den Wiedererkennungswert zu gewährleisten". Ein weiterer Schwerpunkt: ein erfolgreiches Innenmarketing. "Damit möchten wir erreichen, dass sich alle Verantwortlichen sowie die Bürger mit dem Produkt Tourismus identifizieren", erklärte König.

Der Eigenbetrieb
Der Eigenbetrieb Tourist–Information Uhldingen-Mühlhofen (TI) war im Jahr 2008 aus der damaligen GmbH gelöst worden, damit er sich besser als zuvor auf sein touristisches Kerngeschäft konzentrieren kann. Zu den Aufgaben des Eigenbetriebs gehören insbesondere die Vermittlung und Betreuung der Feriengäste in der Gemeinde, die Organisation von Veranstaltungen wie das Hafenfest sowie das Innen- und Außenmarketing. Die TI gibt verschiedene Broschüren heraus, wie Gastgeberverzeichnis, Veranstaltungskalender, Wander- und Radführer. Auch für Gestaltung und Pflege der Homepage www.seeferien.com sowie soziale Netzwerke zeichnet die TI verantwortlich. Seit Februar 2017 leitet Julia König die Tourist-Information.

(Quelle: Südkurier vom 20.04.2018, Holger Kleinstück)