EnBW-Kommunalberater Rico Goede erläutert Bürgermeister Edgar Lamm die Funktion der neuen E-Ladesäule vor dem Welterbesaal.

Neue Stromladesäule bei Tourist-Information

Die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen hat zwei neue Ladesäulen in Betrieb genommen und baut das Angebot für E-Autos und E-Fahrräder im kommenden Jahr weiter aus.

Auch in Sachen Elektromobilität (E-Mobilität) spielt die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen eine Vorreiterrolle: Nachdem der Gemeinderat bereits im Dezember 2015 die Umsetzung einer E-Mobilitätsinfrastruktur beschlossen hatte, sind jetzt zwei Ladestationen für Fahrräder und Autos an der Tourist-Information in Unteruhldingen in Betrieb genommen worden. Hier können Einwohner wie Besucher des Weltkulturerbes ab sofort ihre Elektromobile auftanken. Gefördert worden sind die Stromladestationen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Es handelt sich um zwei Stromladesäulen vom Typ „Smight“ der Energie Baden-Württemberg, die auf dem großen Parkplatz hinter der Tourist-Information bereit stehen. Sie haben je zwei Wechselstrom-Anschlüsse mit bis zu 22 Kilowatt Leistung. An den Ladesäulen können E-Fahrzeuge ausschließlich mit Typ-2-Stecker laden. "Diese Stecker sind genormt und entsprechen der europäischen Ladesäulen-Verordnung", erläuterte Bürgermeister Edgar Lamm. Er sieht mit dem Informationsangebot beispielsweise zu den Pfahlbauten oder der Gastronomie in der näheren Umgebung viele Möglichkeiten, die Ladezeit sinnvoll zu nutzen. „Eine Stunde reicht in der Regel für 100 Kilometer Reichweite“, sagte EnBW-Kommunalberater Rico Goede. In einer der beiden Ladesäulen ist zudem ein öffentliches WLAN integriert, das ab Februar aktiviert werden soll. Der Zugang zum elektrischen Kraftstoff erfolgt nach Darstellung der EnBW mithilfe einer handelsüblicher RFID-Karte (Radio Frequency Identification). „Das sollte deshalb sogar bei Touristen aus dem Ausland problemlos funktionieren“, so Goede.

Lamm liegt die Entwicklung der Elektromobilität in der Gemeinde schon lange am Herzen. Er sieht solche Ladestationen als touristischen Standortvorteil. Bereits vor zwei Jahren hatte der Gemeinderat mit der EnBW ein Konzept für die Infrastruktur erarbeitet, das Lademöglichkeiten an viel frequentierten Standorten vorsieht. Angesichts der doch „spürbaren“ Investitionssumme sei er gerne dem Rat von Rico Goede gefolgt, Fördermittel zu beantragen. „Nach Erhalt der Zusage des Bundesverkehrsministeriums am 7. September haben wir mit Unterstützung unseres Bauhofs schnell gehandelt“, so Lamm. Mit dem nächsten Projekt, einer Ladesäule vor dem Rathaus, sei man „schon fast auf der Zielgeraden“. Im Sommer hatte die EnBW vorübergehend mobile Ladesäulen bei der Tourist-Information zur Verfügung gestellt.

Weitere Ladestationen sollen ab kommendem Jahr hier realisiert werden: Fahrradparkplatz Naturstrand Unteruhldingen für acht Räder; P&R-Bahnhof Oberuhldingen für vier Fahrräder und zwei Autos; Traktormuseum Gebhardsweiler für ein Fahrrad und zwei Autos; Ortsmitte Mühlhofen und Parkplatz Birnau für je zwei Autos.

Das Netz von Ladesäulen im Bodenseekreis: www.enbw.com

Die Ladestation
Der Kunstbegriff "Smight" setzt sich aus "smart.city.light" zusammen. Die multifunktionale Straßenleuchte kommt aus dem EnBW-Innovationscampus und wurde als innovative Infrastrukturlösungfür Städte und Gemeinden mit dem ersten Preis beim Digital Leader Award 2016 ausgezeichnet. Je nach Ausstattung bietet sie modular außer einer Stromtankstelle und dem WLAN-Hotspot für gleichzeitig bis zu 250 Nutzer beispielsweise einen Notruf oder Sensoren zur Erfassung von Umweltdaten. Die wurden inzwischen in Richtung Parkraumbewirtschaftung in zukünftigen "Smart Cities" weiterentwickelt. Die ursprüngliche Funktion der Beleuchtung wird an der Tourist-Infoamtion in Unteruhldingen nicht benötigt. Smight-Säulen wurden inzwischen auch in der Schweiz, in Norwegen und sogar Australien installiert. Die regional nächste mit Ladefunktion steht aktuell in Tuttlingen.

(Quelle: Südkurier vom 21.12.2017, Holger Kleinstück)