Gemeinde will bei Werbung neue Wege gehen

Die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen hat ihr Gastgeber-Verzeichnis Seeferienmagazin mit einem neuen Konzept aufgelegt.

Viele Diskussionen mit den Gastgebern, Streit um die Echt-Bodensee-Card (EBC), unterschiedliche Ansichten um die Zukunft des Tourismus in der Gemeinde: Das alles hat die Tourist-Information dazu bewogen, mit dem Gästemagazin 2018 „einen neuen Weg“ zu gehen, wie es Betriebsleiterin Julia König ausdrückte. Das aus Imageteil und Gastgeberverzeichnis bestehende Heft soll mehr als ein reines Gästemagazin, vielmehr ein Reiseführer sein, den man auch länger aufbewahren kann.

„Unser Ziel ist es, dem Gast einen Gesamtüberblick über das touristische Angebot der Gemeinde und einen Einblick in das Freizeitangebot der Bodenseeregion zu geben“, sagte Julia König. Dieses Ziel sei aber in den zurückliegenden Jahren nicht mehr erreicht worden. König nannte den Anzeigeneinbruch im Gastgeberverzeichnis: Für das Jahr 2017 hatten von 250 Gastgebern nur 44 ihre Unterkunft im Ortsprospekt präsentiert. Für diese rückläufige Entwicklung führte sie drei Gründe an. Die Gastgeber hätten eine große Auswahl an starken Vertriebskanälen im Print- und Onlinebereich. „Hinzu kommt, dass die Zimmervermittlung aufgrund rückläufiger Nachfrage keine Hauptaufgabe der Tourist-Information mehr ist.“ Des Weiteren hielten viele Gastgeber ein Printprodukt und insbesondere ein Ortsprospekt im digitalen Zeitalter für überflüssig. Nicht zuletzt unterstützten die Gastgeber nicht alle von der Gemeinde und Tourist-Information gefällten Entscheidungen, wie beispielsweise die EBC, „und sehen sich dadurch nicht repräsentiert“, sagte die Tourismuschefin. Deshalb habe man umdenken müssen und im Frühjahr spontan die Entscheidung zur Neukonzeption getroffen. Das Retro-Thema des Hefts ist König zufolge ausgewählt worden, weil im Ort mehrere Ausflugsziele Geschichten aus der Vergangenheit erzählten. „Wir sehen darin ein Alleinstellungsmerkmal, das wir ausspielen wollen. “

Sie sagte weiter, die Verantwortlichen der örtlichen Ausflugsziele hätten die Tourist-Information in der Entscheidung dieser Neukonzeption unterstützt. „Für uns ist dies ein wichtiges Signal für unser Innenmarketing.“ Das touristische Angebot sei eine Dienstleistungskette mit unterschiedlichen Leistungen unterschiedlicher Anbieter. König: „Eine der Aufgaben einer Tourist-Information ist es, diese Angebote zu bündeln.“ Die Zusammenarbeit aller auf Ortsebene sei unverzichtbar, „wir profitieren alle davon.“ Die gemeinsame Vermarktung erhöhe die Attraktivität der Gemeinde als Urlaubsdestination, allein könne eine Tourist-Information dies nicht erreichen. Dieses Bewusstsein gelte es zu vermitteln, der mittel- und langfristige Erfolg des Tourismus hänge davon ab.

König erläuterte, der Gastgebereintrag sei mit einheitlicher Größe und vorgegebenem Layout auf das Wesentliche konzentriert. Die Neukonzeption habe 84 Gastgeber überzeugt, ihre Unterkunft zu präsentieren. „Das ist immer noch zu wenig. Unser Ziel ist es, dies weiter auszubauen“, sagte die Tourismusexpertin. Und fasste zusammen: „Wir arbeiten weiter daran, das Bewusstsein für die gemeinsame Imagepflege zu stärken. Die Neuausrichtung soll uns dabei unterstützen.“

(Quelle: Südkurier vom 21.12.2017, Holger Kleinstück)