Dekanin Regine Klusmann gratulierte Thomas Weber, nachdem seine einstimmig erfolgte Wahl feststand.

Thomas Weber neuer Pfarrer der Laetare-Gemeinde

Einstimmig ist Thomas Weber zum neuen Pfarrer der Laetare-Gemeinde in Uhldingen-Mühlhofen gewählt worden. Der 54-Jährige will seinen Dienst am 1. November antreten. Mit seiner Familie wird er ins Pfarrhaus einziehen. Weber ist derzeit noch Pfarrer der Paulusgemeinde Villingen.

Die evangelische Laetare-Gemeinde hat einen neuen Pfarrer. Nach einem Vorstellungsgottesdienst haben während einer Abendandacht der aus sieben Personen bestehende Ältestenkreis der Kirchengemeinde und Dekanin Regine Klusmann als Vertreterin des Bezirkskirchenrates Thomas Weber zum neuen Gemeindepfarrer gewählt. Der 54-Jährige ist zurzeit noch Pfarrer der Paulusgemeinde in Villingen-Schwenningen und in Unterkirnach. Mit der Besetzung der Pfarrstelle kann die Vakanzzeit nach etwa einem Jahr beendet werden: Seinen Dienst wird Weber voraussichtlich am 1. November antreten. Der gebürtige Konstanzer ist Nachfolger von Diedrich Onnen, der die Kirchengemeinde 26 Jahre geleitet hatte und im Oktober des Vorjahres verabschiedet worden war. Bis zum offiziellen Amtsantritt Webers soll das an die Kirche angrenzende Pfarrhaus in der Linzgaustraße in Oberuhldingen noch saniert und für den Einzug von Familie Weber vorbereitet werden.

Um die Uhldinger Gemeindepfarrstelle hat sich Thomas Weber beworben, weil in der Laetare-Gemeinde die Verkündigung von Gottes Wort "in der Mitte steht", wie er gegenüber dem SÜDKURIER sagte. Damit meine er das Evangelium von Jesus Christus und seine "Übersetzung" in den Alltag der Menschen. „Von dieser Mitte aus entfaltet sich ein sehr lebhaftes, engagiertes und einladendes Gemeindeleben“, meinte Weber. Außerdem habe seine Familie enge familiäre Kontakte nach Konstanz, Aulendorf und in den Landkreis Sigmaringen. Mit einigen wichtigen Gemeindegruppen sei er bei seiner Vorstellung schon in Kontakt und ins Gespräch gekommen. „Ich wurde mit großer Offenheit und Freundlichkeit und Herzlichkeit empfangen, was mich sehr bewegt hat.“

Wie er weiter ausführte, habe er durch seine Beschäftigung mit der Bibel zum Glauben an Jesus Christus gefunden. Während der gymnasialen Oberstufe sei sein Entschluss gereift, Pfarrer werden zu wollen und die Verkündigung der Frohen Botschaft auch zu seiner Lebensaufgabe zu machen. Er freute sich, dass sein Vorstellungsgottesdienst „beeindruckend gut besucht“ war und dass der Kirchenchor „wunderschön“ die passenden Lieder "Da berühren sich Himmel und Erde" und "What a wonderful world" vorgetragen habe. Das große Interesse der Laetare-Gemeinde an ihrer Pfarrstelle sei auch durch den guten Besuch in der Wahlandacht am Abend zum Ausdruck gekommen, sagte er. Jetzt freue er sich auf seine neue Aufgabe und auch darauf, in der Schule Religionsunterricht zu erteilen, was er bereits seit 25 Jahre praktiziere.

In der Abendandacht hatte Dekanin Regine Klusmann in Bezug auf den aktuellen Schlager „Ein Navi für mein Leben“ von Andreas Zaron gefragt, wie es mit dem Navi für das Leben aussehe und ob man den Sinn des Lebens überhaupt kenne. Jesus und sein Wort seien das Navi für das Leben, antwortete sie, Pfarrer Weber solle als „hauptamtlicher Suchhelfer“ denjenigen, die noch auf der Suche nach dem Sinne des Lebens seien, das Wort Gottes verbreiten. Die zurückliegenden Monate seien für die Laetare-Gemeinde gewiss nicht einfach gewesen, so die Dekanin. Trotzdem habe in dieser Zeit niemand das Gemeindeschiff verlassen. Regine Klusmann erklärte: „Hoffen wir jetzt wieder auf ruhigeres Fahrwasser.“

Pfarrer Weber hatte sich in seinem Vorstellungsgottesdienst insbesondere mit dem Frieden in der Welt beschäftigt. Bezugnehmend auf Jesaja 2, 1–5, wo als Überschrift "In Zion finden alle Völker Heil und Frieden" stehe, sagte Weber, der Tempelberg Zion in Jerusalem sei heute mehr denn je von einem Friendensort entfernt. Er sei ein Zankapfel dreier Weltreligionen und insbesondere das Streitobjekt zweier heillos verfeindeter Völker. Auf der Suche nach Gott unterwegs nach Jerusalem machten die Menschen das hauptsächlich gegeneinander, statt miteinander. "Gegenwärtig scheint die gesamte politische Wirklichkeit den Hoffnungsbildern Jesajas krass zu widersprechen", so Weber. In Gottes Gegenwart, in der Ausrichtung an ihm, könnten Völker lernen, ihre Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Der Friede, von dem Jesaja spreche, sei durch den Menschen nicht „machbar“, sondern nur über Jesus Christus. „Er ist unser Friede, der den Zaun abgebrochen hat, der alle Zäune, die die Menschheit zerspalten, niedergerissen hat", so Weber. Mit diesem Vergleich beschreibe der Verfasser des Epheserbriefes Jesus Christus als den Friedensbringer der Menschheit. Jesus habe des Menschen Standort im Friedensprozess zugewiesen, indem er sich immer dafür eingesetzt habe, Menschen zu verbinden und zu versöhnen. Webers Schlusssatz: "Und so taugen auch wir zu Friedensstiftern: Christus ist unser Friede."

Zur Person
Thomas Weber kam 1963 in Konstanz zur Welt und wuchs mit zwei Geschwistern auf. Nach dem Besuch der Grundschule Konstanz-Allmannsdorf und des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Konstanz legte er sein Abitur im Mai 1982 ab. Bis 1989 studierte er evangelische Theologie an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau (Grundstudium) und an der Universität Bonn (Hauptstudium). 1989 legte er seine erste, zwei Jahre später seine zweite Theologische Prüfung beim Evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe ab. Zwischen 1989 und 1991 machte er sein Lehrvikariat an der Markusgemeinde Pforzheim und besuchte das Predigerseminar Heidelberg der Evangelischen Landeskirche in Baden. Seine Ordination erfolgte am 28. April 1991 in der Markuskirche Pforzheim. Zwischen April 1991 und Oktober 1993 wurde er während der Probedienstzeit als Pfarrvikar bei der evangelischen Kirchengemeinde Langenalb (Dekanat Pforzheim-Land) und im damaligen Kirchenbezirk Schopfheim mit Schwerpunkt Fahrnau eingesetzt. Anschließend war er bis Juli 2000 Gemeindepfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Neuried-Altenheim (seinerzeit Kirchenbezirk Lahr). Seit 1. August 2000 ist Thomas Weber Gemeindepfarrer der Paulusgemeinde Villingen (Kirchenbezirk Villingen). Thomas Weber ist seit 1988 verheiratet und hat drei Kinder.

(Quelle: Südkurier vom 07.08.2017, Holger Kleinstück)