Kinderhaus Sonnenschein erhält Zertifikat für bewusste Ernährung

Das Kinderhaus Sonnenschein in Uhldingen-Mühlhofen ist mit dem "BeKi"-Zertifikat für bewusste Kinderernährung ausgezeichnet worden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine Fortbildung besucht und ein Konzept für die Einrichtung ausgearbeitet.

Frisches Obst und Gemüse, Vollkornbrot und Wasser – und möglichst wenig Zucker: Großen Wert legen die Erzieherinnen und Erzieher im Kinderhaus Sonnenschein in Mühlhofen darauf, dass die Kinder ein gesundes Essen erhalten. Jetzt ist die kommunale Einrichtung mit dem Zertifikat „BeKI – Bewusste Kinderernährung“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ausgezeichnet worden. Durch diese landesweite Initiative sollen die Kinder Lebensmittel schätzen und kennenlernen, bewusst essen und trinken sowie selbstständig mit Lebensmittel umgehen lernen. „Mit der Zertifizierung dokumentieren wir, dass uns eine bewusste Ernährung der Kinder wichtig ist“, sagte Dominik Mattes, Leiter des Kinderhauses.

Um die Auszeichnung zu erhalten, mussten mehrere Leistungen erfüllt werden, die in einem Ordner dokumentiert sind, den das Kinderhaus zusammengestellt hat. So mussten die Erzieherinnen und Erzieher eine entsprechende Fortbildung durchlaufen. Festgehalten im Ordner ist unter anderem, dass die Kinder in jedem Gruppenraum in einer separaten Ecke essen und trinken. Dazu mussten teilweise die Möbel umgestellt werden. Der Essbereich ist überall so eingerichtet, dass die Kinder in Ruhe und ungestört essen können. „Wir legen Wert darauf, dass Essen auch Genuss ist und man sich dementsprechend Zeit lassen sollte, es zu genießen“, erklärte Mattes. Mit der Zertifizierung ist auch gewährleistet, dass die Kinder gemeinsam mit den Fachkräften den Essbereich aufräumen. Gewünscht ist, dass die Eltern ihren Kindern ein zuckerfreies Frühstück mit in den Kinderhort geben. Ebenso werden jetzt durchsichtige Glaskaraffen statt rote Plastikfläschchen und echte Gläser statt Plastikgläser verwendet.

Wie es in dem Ordner weiter heißt, haben unterschiedliche Feiern im Kindergarten gezeigt, dass Obstspießchen besser ankommen als beispielsweise Muffins. Brachten die Eltern früher zuckerhaltige Fertigtorten oder Gummibärchen zu den Festlichkeiten mit, so sind es jetzt Obst- und Gemüseplatten oder Obstsalat. Darüber hinaus hat sich der Hort vier Pflanztröge beschafft. Ziel ist es zu vermitteln, dass Lebensmittel nicht nur im Supermarkt, sondern auch in der Natur zur Verfügung stehen. Aber auch, dass man sich um Pflanzen kümmern muss, will man gesunde Lebensmittel erhalten. In dem Zusammenhang hat sich das Kinderhaus einen Blaubeerbeauftragten zugelegt.

Während einer kleinen Feierstunde, an der auch Bürgermeister Edgar Lamm teilnahm, übergab Irmgard Hofmann, "BeKi"-Koordinatorin im Bodenseekreis, das Siegel an Dominik Mattes: eine lachende Birne. „Es ist das Logo der Landesinitiative, denn Kinder lernen durch nachahmen“, sagte sie. Hofmann verwies darauf, dass der Mensch in seinem Leben das Trinken und Essen erst lernen müsse. Außerdem machte sie darauf aufmerksam, das ein gesundes Essen nicht fleischlastig oder zu süß sein sollte. Bei der Feierstunde war auch Bundestagsabgeordneter Lothar Riebsamen dabei, der den Kindern verschiedene Bilderbücher überreichte, bevor diese sich mit dem „Gemüse-Rate-Lied“ revanchierten.

Landesinitiative "BeKi"
"BeKi" steht für "Bewusste Kinderernährung" des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, eine landesweite Initiative. "BeKi"-Referentinnen informieren unter dem Motto "Fit essen schmeckt" in Tageseinrichtungen für Kinder, in Erwachsenenbildungseinrichtungen, in Kleinkindgruppen und in Schulen über alle Fragen rund ums Essen und Trinken. Im Mittelpunkt aller Maßnahmen stehen die Freude am Essen, die Lust am Selbermachen und der Aufbau von Vertrauen in die Qualität von Lebensmitteln.