Vorläufige Zahlen: Der Tourismus boomt weiter

Die vorläufigen Tourismus-Zahlen für 2016 für Uhldingen-Mühlhofen liegen vor. Julia König, neue Leiterin der Tourist-Information, rechnet bei den endgültigen Zahlen mit einem Plus bei den Übernachtungen. Der Gemeinderat äußerte zum wiederholten Mal Kritik an der Meldemoral einiger Vermieter.

Mit einem weiteren Plus der Übernachtungszahlen in Uhldingen-Mühlhofen rechnet Julia König, neue Leiterin der Tourist-Information. Die vorläufigen Zahlen, die sie im Gemeinderat vorlegte, sprechen zwar eine andere Sprache: Hier sind es weniger Übernachtungen. Aber: "Es handelt es sich um vorläufige Zahlen und wir werden in den kommenden Wochen bei den Betrieben gezielt nachfassen“, sagt König. Die Tourismuschefin verwies auf umliegende Orte, die ein Plus zwischen drei und fünf Prozent verzeichneten. „Das werden wir auch haben.“ In dem Zusammenhang wurden im Gremium wie schon im Vorjahr die Meldemoral einiger Beherbergungsbetriebe angeprangert.235 314 bisher registrierte Übernachtungen nach Meldescheinen bedeuten gegenüber dem Jahr 2015 einen Rückgang von 6,4 Prozent, bei den Ankünften sind es minus 2,8 Prozent. In Zahlen ausgedrückt: Insgesamt hat die Tourist-Information 321 839 gegenüber 339 427 Übernachtungen im Jahr 2015 erfasst. Neben den Meldescheinen sind darin auch die Zweitwohnungen (65 100), Dauercamper (13 400) und Bootsliegeplätze (8025) enthalten. Die Ankünfte gingen von 71 352 auf 69 347 zurück, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 3,5 auf 3,4 Tage. Sie sind aber eben noch nicht der Weisheit letzter Schluss: Denn auch Kämmerin Gabriele Bentele zufolge gibt es immer noch Vermieter, die erst jetzt im Frühjahr ihre Zahlen des Vorjahres der Tourist-Information meldeten. „An der Meldemoral müssen wir arbeiten. Das beste wäre der elektronische Meldeschein“, flocht Bürgermeister Edgar Lamm ein.

Die Bettenauslastung ansprechend sprach Julia König von 67 Prozent, „die tatsächliche liegt jedoch höher“. Sie gab zu bedenken, dass man im Sommer teilweise Gäste habe wegschicken müssen, obwohl – wie sich im Nachhinein herausgestellt habe – einige Betrieben doch nicht voll belegt gewesen seien. König verwies beispielsweise auf den besucherstärksten Monat August, bei dem 55 003 gemeldete Übernachtungen 80 414 mögliche Übernachtungen gegenüberstanden. „Wir können nicht vermitteln, wenn wir die Verfügbarkeit nicht erhalten. Obwohl es nicht mehr unserer Zentralaufgabe ist, ist es nach wie vor wichtig, diese Meldung zu erhalten.“

Für dieses Jahr kündigte König weniger Veranstaltungen an. Genießermarkt, Barbecuegrillfest und Fischwochen entfielen. Ob der Fischerhock stattfinden werde, sei Sache der Fischer. Die Tourist-Information, deren Gebäude den Touristen schon jetzt positiv auffalle, werde ihre diesjährigen Öffnungszeiten leicht ausbauen, der Schalter werde mit zwei Mitarbeiterinnen besetzt sein. In Sachen Besserung der Servicequalität wolle man weitere Taten folgen lassen, „so machen alle jetzt einen Englischkurs“. In Bezug auf die Echt-Bodensee-Card (EBC) sagte König, man wolle jetzt die Grundlagen für deren Einführung im kommenden Jahr schaffen, „egal wie die Entscheidung im Herbst ausfällt“. Dabei gelte es, die Entwicklung zu beobachten, angedacht sei auch eine entsprechende Gästebefragung. Ziel seien jetzt konstruktive Gespräche mit den touristischen Leistungsträgern, „und einen gemeinsamen Weg im Sinne des Gastes zu finden“. So sah es auch Gemeinderätin Helga Boonekamp (FW). Sie freute sich, dass die Tourist-Information den Gast an erster Stelle sehe. „Lasst uns alle im Ort zusammen arbeiten, um das Beste für unsere Gäste zu erreichen.

Übernachtungen nach Monaten:
Die meisten Gäste kamen laut Meldescheinen im August: 55 003. Das ist geringfügig weniger als 2015, als 56(742. Zweitstärkster Monat war der Juli mit 47 690 Übernachtungen vor September (35 741) und Mai (32 974). Am wenigsten Gäste kamen im Februar (602 Übernachtungen).

Anteil ausländischer Gäste:
Rund 23 500 Übernachtungen ausländischer Gäste wurden per Meldeschein registriert. Das sind zehn Prozent aller Übernachtungen beziehungsweise 1,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die meisten kamen aus der Schweiz, den Niederlanden, Österreich und Frankreich.

Übernachtungen nach Betriebsart:
Die Mehrzahl der Gäste wohnte in Hotels (88 057 Nächte), gefolgt von Ferienwohnungen (66 967), Gästehäusern (45 077), Campingplatz (26 998) und Hafen (6390).

Quelle: Südkurier vom 07.04.2017, Holger Kleinstück