Bildergalerie:

Einweihung der neuen Tourist-Information

„18 Monate nach dem Spatenstich feiern wir die offizielle Einweihung eines weiteren symbolischen Leuchtturms in unserem kleinen Paradiesgarten am Bodensee.“ Bürgermeister Edgar Lamm freute sich während der offiziellen Inbetriebnahme der Tourist-Information (TI) mit Welterbessaal, mit dem neuen ortsprägenden Gebäude im Pfahlbaustil am Ortseingang von Unteruhldingen ein "großartiges Kleinod" geschaffen zu haben, auf das alle stolz sein könnten. „Die Netto-Baukosten von guten drei Millionen Euro ohne Einrichtung sind gut angelegtes Geld und hier wurde ein toller Vermögenswert für die Gemeinde geschaffen“, sagte er. Knapp 200 geladene Gäste nahmen an dem von den Wirtshausmusikanten umrahmten Festakt teil. Sie durften sich zum Abschluss über eine Sonderabfüllung Welteerbewein mit Etikett des Birnaumalers Norbert Sand freuen.
 
Der Rathauschef sagte weiter, als im Juni 2011 die Fundstätte Stollenwiesen beim Sporthafen in Unteruhldingen zur Unesco-Weltkulturerbe Pfahlbauten ernannt worden sei, „war es für den Gemeinderat und die Gemeinde ein absolutes Muss, dass wir dieser großen Ehre auch mit einem hohen Anspruch an unsere Infrastruktur gerecht werden müssen“. Die seinerzeitige TI in der Schulstraße habe nicht mehr den hohen Anforderungen einer Tourismus-Top-Destination am Bodensee, wie es Uhldingen-Mühlhofen sei, entsprochen. Einen Rückblick gebend sagte der Rathauschef, im März 2014 habe der Gemeinderat das Architekturbüro Sick mit einer Entwurfsplanung und Kostenschätzung zu einem Neubau der TI mit Veranstaltungssaal beauftragt. Im Juli habe Sick die Planung im Pfahlbaustil vorgestellt und der Gemeinderat daraufhin beschlossen, Zuschussanträge für die Tourismusförderung und den Ausgleichstock zu stellen. Knapp 600 000 Euro Fördermittel seien bewilligt worden.
 
Mit der Alten Fabrik habe man einen "super Veranstalter" für den Welterbesaal und noch einen anderen Veranstalter für weitere kulturelle Angebote gewinnen können. „Der Welterbesaal bietet sich ebenso hervorragend für Vereins- und Firmenveranstaltungen sowie für Tagungen an“, sagte der Verwaltungschef, Tourismuschefin Julia König für die Ausstattung der neuen TI ein Aquarell des Birnau-Malers Norbert Sand übereichend. Lamms Dank galt unter anderem Architekt Jürgen Sick „für eine beeindruckende Planung und die punktgenaue Abarbeitung des Bauzeitenplans“.
 
Sick sagte, dass die beim Spatenstich an einer Bautafel angebrachte Visualisierung eines eleganten und modernen Gebäudes bis ins Detail ungesetzt worden sei. Auf Grundlage eines Raumprogrammes mit den Anforderungen der Gemeinde habe man versetzte Langhäuser als ortsprägendes Solitär entwickelt, welcher gestalterisch die Werte der Gemeinde aufnehme und spiegele. Entstanden seien auf 670 Quadratmeter Grundfläche exponierte Bereiche für die TI, öffentliche Sanitäranlagen und ein Welterbesaal mit 300 Plätzen. Darunter eine Tribüne, die 76 hochwertige Sitzplätze ausweise. Sick: „Die Außenanlagen runden das Gesamtkonzept mit Schaffung einer neuen Wegführung, Ruhezonen im Vorraum der TI, Kurzeitparkplätzen und modernen Elektroladesäulen ab, welche durch eine auf dem Dach installierte Fotovoltaikanlage gespeist werden.“
 
Lamm nahm die Feier zum Anlass für Ausführungen zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Ziel müsse es sein, das Hinterland des Bodensees noch besser in diesen einzubinden, die Seelinie der RAB vom bisherigen 30-Minuten-Takt auf einen 15-Minuten-Takt zu bringen und damit unter anderem auch den Bahnhof in Oberuhldingen an die Seelinie anbinden zu können. „Bei der Bodenseegürtelbahn fordern wir nachhaltig die Elektrifizierung", sagte er. Man unterstütze als Mitglied des Interessensverbandes das Vorzugskonzept der Region, das neben dem stündlichen IRE zwei stündliche Reginonalbahnen im angenäherten Halbstundentakt zwischen Singen und Friedrichshafen vorsehe. Für einen zusätzlichen Haltepunkt in Mühlhofen werde man sich auch finanziell engagieren. Immer wichtiger werde eine gute Vernetzung auf allen Ebenen, „denn nur gemeinsam bringen wir den Tourismus am Bodensee voran“. Und Enrico Heß, Geschäftsführer der Deutsche Bodensee Tourismus GmbH, sagte, man habe das Potenzial, am Bodensee einen Ganzjahrestourismus zu entwickeln. "Im Winter geht das aber nicht von allein."

Quelle: Südkurier, Holger Kleinstück